Am 28. November 2024 fand die zweite Dialogveranstaltung von «Wetzikon vielsichtig» zum Thema «Stadtentwicklung heute und in Zukunft» statt. Stadtrat Stefan Lenz begrüsste die über 50 Teilnehmenden. Eine Mentimeterumfrage zeigte, dass die Wetziker und Wetzikerinnen ihre Freizeit vor allem in den umliegenden Naherholungsgebieten verbringen und Verkehr sowie Wachstum als grösste Herausforderungen in den nächsten 15 Jahren sehen. Alle Ergebnisse der Kurzumfrage finden Sie hier.
Nach der Einführung erläuterten Barbara Emmenegger, Soziologie & Raum Zürich, und Simon Kretz, Salewski Nater Kretz Zürich, die Chancen und Herausforderungen der Stadtentwicklung in der Schweiz heute. Dabei gingen sie insbesondere auf die Themen Wachstum, Zentrumsentwicklung und Arbeitsplatzgebiete ein. Barbara Emmenegger wies auf die Wichtigkeit von sozialen und kulturellen Prozessen in einer Stadt hin, denn «Menschen machen Stadt». Wachstum sollte als Chance gesehen werden, um Bedürfnisse zu berücksichtigen und neue Begegnungsräume zu schaffen. Simon Kretz ergänzte, dass Planungsinstrumente wie ein Räumliches Entwicklungskonzept klare Ziele für die Zukunft formulieren können und hält fest, dass die langfristige Sicht insbesondere auch in Bezug auf Arbeitsplätze, die zunehmend unter Druck stehen, wichtig ist. Barbara Emmenegger hob hervor, dass eine Stadt lebendig ist, wenn sie Wohnen und Arbeiten miteinander vereint – Wetzikon zeigt mit einem idealen Verhältnis von zwei Einwohnende pro Arbeitsplatz gute Voraussetzungen für eine gesunde Stadt.
Simone Schefer, Leiterin Stadtplanung Wetzikon, zeigte auf, wie verschiedene Aspekte der Stadtentwicklung in der Ortsplanungsrevision adressiert werden und betont die Absicht der Stadt, diese Planung gemeinsam mit der Bevölkerung, der Politik und den Fachpersonen anzugehen. Die Präsentation von Simone Schefer finden Sie hier.
Im zweiten Teil des Abends wurde in einem Podiumsgespräch die Stadtentwicklung von Wetzikon vertieft. Claudia Fischer Karrer, Kulturdetektive, erklärte die Entstehung der Wetziker Zentren, Beat Meier, Vizepräsident Wetzikontakt, betonte die Bedeutung der baulichen Entwicklung für das Zusammenleben und hob Erfolge des Vereins Wetzikontakt hervor, wie die Einführung von Wegweisern ins Stadtzentrum und das Wiederaufleben des Räbeliechtliumzugs mit rund 5‘000 Teilnehmenden. Georg Eidenbenz, Präsident Gewerbeverein, wies aus Gewerbesicht auf die Ansprüche und den Handlungsbedarf an die Entwicklung von Wetzikon hin. Er betonte die Notwendigkeit einer guten Infrastruktur, Verkehrsanbindung und flexibler Gewerberäume, auch um neue Firmen zu gewinnen.
Beim anschließenden Austausch wurde das Wachstum auch kritisch hinterfragt. So wiesen Teilnehmende darauf hin, dass die Entwicklung von Wetzikon als Arbeitsort einen grossen Mobilitätseffekt haben wird. Zudem beschäftigte die Frage, wie ein qualitatives Wachstum in Wetzikon sichergestellt werden könne und wieso nicht vermehrt im Bestand entwickelt werde. Stadtrat Stefan Lenz versicherte den Teilnehmenden, dass diese Herausforderungen im Prozess mitgedacht würden. So werde zum Beispiel mit der Standortförderung Züri Oberland zusammengearbeitet um Wetzikon als Teil der Region zu stärken. Zudem seien diverse Bauprojekte mit bestehenden Gebäuden geplant, konkret diverse Umnutzungen in Gewerbegebieten.
Die Diskussion zeigte, dass es wichtig ist, in der Stadtentwicklung arealübergeordnete Ziele zu setzen, aus vormaligen Prozessen zu lernen und sicherzustellen, dass auch Infrastrukturen mitwachsen und die Bedürfnisse der Menschen mitgedacht werden. Nur so können lebendige, attraktive und nachhaltige Lebensräume entstehen.
Hier kommen Sie zur kompletten Aufzeichnung der Dialogveranstaltung.